Kundenorientierte Schallanalyse

Bei Schallanalysen müssen wir zwei nahezu getrennte Arbeitswelten unterscheiden, die außer dem gemeinsamen Oberbegriff „Schallanalyse“ kaum Gemeinsamkeiten haben.

A) Richtwertorientierte Schallanalyse
Hier geht es um die Bewertung nach Verordnungen wie:

TA‑Lärm (Schall aus der Nachbarschaft)
DIN 4109 (Schall aus dem eigenen Gebäudekomplex)
DIN 45680 (Tieffrequenter Schall)

B) Kundenorientierte Schallanalyse
Hier steht der vom Kunden wahrgenommene Störschall im Vordergrund, der Wohlbefinden und Lebensqualität einschränkt.
Im Gegensatz zur geschlossenen Fragestellung der richtwertorientierten Schallanalyse („Richtwert eingehalten: ja / nein / grenzwertig“) hat die kundenorientierte Schallanalyse eine völlig offene Fragestellung mit vielfältigster Variation und Ausprägung.

Die kundenorientierte Schallanalyse beginnt mit einem Vorgespräch, in dem es um ein Störschall‑Empfinden verschiedenster Art geht, das den Kunden in seinem Wohlbefinden und seiner Lebensqualität so stark beeinträchtigt, dass er bereit ist, finanzielle Mittel einzusetzen, um seinem Problem näher zu kommen.

Im Wesentlichen ist das bereits die einzige gemeinsame Grundlage der unterschiedlichen Fälle in der kundenorientierten Schallanalyse.
Die konkreten Situationen sind jedoch sehr unterschiedlich.

Wenn man die beiden verlinkten RTL‑Beiträge betrachtet, die die Realität sehr anschaulich abbilden, zeigt sich beispielsweise, dass Schall oder Vibration einzelne Personen massiv belasten, während andere Personen im selben Raum keinerlei Probleme wahrnehmen.
Auch im Beitrag aus München ist das deutlich zu sehen: Der Schlafmediziner entwickelt im live‑Videodreh während des Drehs in der Wohnung dieselben Symptome wie die Betroffene, drei der sechs anwesenden Personen können die Störung unmittelbar selbst nachvollziehen, drei bemerken praktisch nichts.
Ebenso im zweiten Beitrag aus Frankfurt, wo die Redakteurin Frau Werning in der Wohnung zunächst keine Wahrnehmung hat, sich aber nach Verlassen der Wohnung plötzlich „befreit“ fühlt und erst im Nachhinein merkt, wie unangenehm die Raumatmosphäre für sie tatsächlich war.

Die erste Aufgabe besteht darin, zu prüfen, ob es für die Symptome der Kunden einen nachweisbaren, physikalischen Auslöser gibt – und damit häufig den entscheidenden Beleg zu liefern, dass die Betroffenen „nicht spinnen“.
Das ist bereits ein sehr wichtiger Schritt, wie sich in den RTL‑Beiträgen eindrücklich zeigt.
Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit des systematischen Suchens nach der Problemursache und möglichen Lösungsansätzen.
Deshalb gehen wir auch immer schrittweise und aufbauend vor.

Stellen Sie sich vor, es gäbe in der Medizin oder in der Gesellschaft noch keine Erfahrung mit Pollenallergien.
Jetzt wäre plötzlich jemand spezifisch auf Birkenpollen allergisch, während Haselnusspollen ihn nicht stören.
Wer würde diese Geschichte im Umfeld glauben?

Ähnlich ist es auch mit dem Schall:
Viele Störschall‑Empfindungen sind hoch individuell, und für Außenstehende erscheinen sie zunächst kaum nachvollziehbar.

Wir sind Ansprechpartner für alle Arten von Störschall‑Empfinden.
Deshalb müssen wir auch immer Stück für Stück vorgehen, da praktisch jeder Fall anders ist und keine universelle Standardlösung existiert.