Elektrosmog und Elektrosensibilität

Vor 10-15 Jahren war das Thema hochemotional in aller Munde.
Zwischenzeitlich war es aus der öffentlichen Diskussion weitgehend verschwunden.
Mit dem 5G Netzausbau, Smart-Home-Überwachung und Vernetzung ist das Thema wieder aktueller.

Um Elektrosmog, also Belastungen zu verstehen, braucht es den Begriff der „Regulativen Kapazität“.

Den Begriff ist notwendig um chronische Krankheit und Erschöpfung erfolgreich diagnostizieren und Behandeln zu können.
Das vegetative Nervensystem ist die Drehscheibe unseres Körpers und der Regulation. Jeder Einfluss, ganz gleich welcher Art, und ganz gleich ob angenehm oder unangenehm, wird über die Wege des vegetativen Nervensystems verarbeitet. Die Summe dessen, was das Regulationsystem an Kapazität zur Regulation frei hat, ist die Regulative Kapazität eines Menschen.

Übermüdung, ist ein einfaches Beispiel das jeder kennen sollte. Die regulative Kapazität erschöpft sich immer mehr, und zeigt dann langsam fortschreitende Symptome.
Beim einer Person ist es Konzentrationsmangel, bei einer anderen Gereiztheit, Kinder werden „unleidlich“, schlafen mit dem Löffel in der Hand ein, oder werden hyperaktiv. Jeder Reagiert dort etwas anders.
Allen gemeinsam ist in diesen Fällen die „akute starke Reduzierung“ der verfügbaren regulativen Kapazität – sprich die Kraft geht aus.

Ein Ausdruck von Krankheit ist die Erschöpfung der Regulativen Kapazität. Da ist es egal, ob das Viren auslösen oder Bakterien, Sorgen oder Stress, Schlafmangel oder Elektrosmog. All das sind Einflüsse, die durch unsere Regulationssystem kompensiert werden müssen. Dieses Kompensieren ist die Hauptaufgabe des Stoffwechsels und der Regulation, und verbraucht natürlich Kraft. Diese Kraft ist die regulative Kapazität.

Genau so verhält es sich das auch mit Elektrosmog.

Es bringt niemanden direkt um, aber es schwächt, bzw. verbraucht Regulations-Kraft-Ressourcen. Daher ist jede Reduzierung von Vorteil, besonders wenn es ohne große Alltagseinbusen gelingt.

Elektrosensible Menschen

Alle Menschen sind grundsätzlich Elektrosensibel. Nur der Grad der Sensibilität spielt die entscheidende Rolle. Dauerhafte Elektrosmogbelastung lässt sich auch im Blut nachweisen. Es gibt zum Beispiel den „Erytrozyten-Reife-Index“ ein ganz realer Blutwert, der den Anteil der Frühformen (Retikulozyten) der roten Blutkörperchen im Blut misst. Dieser liegt grob bei 1% und steigt auf ein mehrfaches bei bei starker dauerhafter Hochfrequenzbelastung. Und reduziert sich auch nach einigen Wochen wenn die Dauerbelastung unterbleibt.
Es zeigt auf jeden Fall das jeder Mensch darauf reagiert. Ob der Mensch es  wahrnimmt, ist die andere Frage. Wenn er es wahrnimmt und es ihn in seinem Alltag belastet, dann spricht man in der Regel von Elektrosensiblen Menschen.

Um diesen Menschen zu Helfen, braucht es zu aller erst einen elektrosmog-armen Rückzugsbereich. Ein regenerativer Schlaf- und Rückzugsbereich ist das Wichtigste zum Start. Und auch wenn man dazu ein Zimmer abschirmen muss,  und das Bett vielleicht nochmal Extra mit einem Baldachin.
Erst wenn der Mensch wieder zum erholsamen Schlaf kommt, hat er die Chance zu genesen.

Praktische Elektrosmogreduzierung zu Hause

Das ist sozusagen der „Hausaufgabenzettel“ für Kunden und Patienten:

W-LAN
dürfte inzwischen der Spitzenreiter sein der Belastungen.
Zwischen direkt am Router und gerade noch Empfang liegt ein unvorstellbarer Wert von 1: 10 Millionen. Das liegt an der Übertragungstechnik und ihren Physikalischen eigenschaften.
Eine FRITZBox z.B. lässt sich einstellen dass sie jede Nacht abschaltet.
Und es lässt sich sogar die Sendeleistung auf 50% oder auf 6% reduzieren in den Einstellungen. Also Nachts aus und Tagsüber knapp ein 20stel mit 10minuten im Einstellungsmenü.
Das sind die einfachsten Schnellösungen.

Schnurlostelefon DECT: Einfache Geräte senden Tag und Nacht als ob telefoniert werden würde.
Es gibt Geräte mit dem Standard „Full Eco DECT„. Die schalten die Strahlung ganz ab, ca 10 s nach Ende des Telefonats, und erst wieder an, wenn das Telefon benutzt wird. Kostet ca. 50 € im regulären Elektrohandel.
(Achtung der Standard „Eco DECT“ ist eigentlich ein Beschiss. Er reduziert nur die Sendeleistung, wenn man nahe an der Basis telefoniert.  Abschalten bei Nichtbenutzung findet NICHT statt.)
… Es gibt auch Telefone mit Schnur und ohne Funk 🙂

Handy nachts auf Flugmodus…
auch wenn nicht telefoniert wird sendet das Handy regelmäßig Impulse um sich anzumelden und in Kontakt zu bleiben.
Sie kennen bestimmt diese kurze mehrmalige Klopfgeräusch, wenn ein Handy neben einem Lautsprecher liegt. Es kommt ab und zu von selbst, und bevor das Handy klingelt bei einem Anruf. Darum geht es hier.
Die kleine Version ist Mobilfunkdaten zumindest deaktivieren. 

Bluetooth
Der baubiologische relevante Bereich geht hier nur ca 2-3 Meter weit,
wenn man das Gerät aber direkt am Ohr oder in der Hand hat ist es auf die kurze Entfernung oft stärker wie das W-LAN weiter weg.
 
Haustechnik – 230V Wechselspannung

Der Zaubertrick mit dem Nachttischlicht…

Eigentlich macht es keinen Unterschied, wie rum man einen Stecker in die Steckdose steckt… eigentlich.
Es gibt einen kleinen Unterschied, und der hat damit zu tun, dass ganz laienhaft ausgedrückt, der Strom aus dem einen Loch der Steckdose rauskommt, und in das anderer Loch wieder zurückfließt.  Aber es macht deswegen kaum einen Unterschied, weil der Strom erst dann fließen kann, wenn der Stromkreis geschlossen ist. Und da unser Hausstrom ein Wechselstrom ist, der seine Richtung 50 mal pro Sekunde ändert, spielt die Richtung eigentlich keine Rolle.

Außer, ….
Es geht gar nicht um den fließenden Strom, sondern um die anliegende Spannung, denn dort ist der Unterschied groß.

Das Problem ist die sogenannte „Kapazitive Ankopplung“.
Nochmal laiheinhaft ausgedrückt: Stromkabel sind nicht dicht!
Man bekommt keinen Schlag oder so, aber ein Spannungsfeld breitet sich auch rund um die spannungsführenden Kabel aus und wandert z.B. durch den Menschen, der viel besser leitet als die Luft. 

Das Nachttisch-Lämpchen hat normalerweise einen Schalter im Kabel, und der unterbricht nur eine der beiden Leitungen.
Unterbricht er die spannungsführende Phase, passt alles.
Unterbricht er den Rückfluss (Nullleiter), steht die ganze Lampe samt Leuchtmittel unter Spannung…
Die Chance ist 50:50 und es gibt keinen Hinweis im deutschen Hauselektriksystem.
(Es lässt sich mit einem kontaktlosen Phasentester leicht prüfen, ich habe solche für meine Kunden dabei.)